Kartenlegen

Die Kunst des Kartenlegens wird auch als Kartomantie bezeichnet und stellt seit jeher eine der wichtigsten Praktiken dar, um einen Blick in die Zukunft zu werfen. Um mehr über einen Menschen und seine aktuelle Situation zu erfahren, muss der Kartenleger seine Karten mischen und anschließend nach vorgegebenen Legearten auf den Tisch legen. Die Bedeutung der einzelnen Karten lässt sich aus der Kombination mit den Karten in ihrer Umgebung erschließen, was wiederum wertvolle Einblicke in die Lebenssituation des Ratsuchenden gestattet.

Der Grundstein für das Kartenlegen wurde in China gelegt, als dort vor rund 1300 Jahren die Spielkarten erfunden wurden. Zunächst dienten diese nur dem Spiel, wurden aber dann nach und nach auch dazu verwendet, Vorhersagen zu tätigen. Nach Europa kamen die Karten erst im 14. Jahrhundert. Erste Belege für die Verwendung von Spielkarten finden sich in Florenz, von wo aus das Kartenspiel sich bald auf andere italienische Städte und in weiterer Folge europäische Länder ausbreitete.

Natürlich hatte die katholische Kirche keine Freude damit und betrachtete das Kartenspiel – wie jede Form des Glücksspiels – als „Teufelszeug“. Als die Spielkarten auch in Europa zum Wahrsagen verwendet wurden, verstärkte dies die ablehnende Haltung der Kirche noch zusätzlich. Dennoch war der Siegeszug der Spielkarten und des Kartenlegens nicht mehr aufzuhalten, wenngleich Letzteres lange Zeit keinen guten Ruf hatte, wurde es doch zunächst vorwiegend vom fahrenden Volk praktiziert und erst im Paris des 18. Jahrhunderts durch berühmte Kartenleger salonfähig.

Sieht man von den handelsüblichen Skatkarten ab, so verwendet man heutzutage zum Kartenlegen eigene Decks, die man als Wahrsagekarten, Divinations- oder Aufschlagekarten bezeichnet. In unseren Breiten handelt es sich dabei vor allem um das Tarot und um Lenormandkarten sowie um Zigeuner- oder Kipperkarten. Natürlich liegt auf der Hand, dass das Kartenlegen eine gewisse Begabung und natürlich sehr viel Erfahrung voraussetzt.