Tarot
Die Tarotkarten sind vermutlich die bekanntesten und mit Sicherheit die verbreitetsten Wahrsagekarten in Europa. Die Entstehungsgeschichte dieser Karten ist jedoch nach wie vor nicht ganz geklärt und unterliegt daher zahlreichen Spekulationen. Fest steht nur, dass erste Belege für deren Existenz im 15. Jahrhundert in Mailand auftauchten, wobei sie damals noch nicht zum Wahrsagen verwendet wurden, sondern ausschließlich als Spielkarten.
Im 18. Jahrhundert verwendete ein Wahrsager namens Antoine Court, der auch unter dem Namen „Court de Gébelin“ auftrat, Tarotkarten erstmals als Wahrsagekarten. Das von ihm verwendete Deck ist als „Marseiller Tarot“ bekannt und gilt als Vorläufer der heute verwendeten Tarotkarten. Rund ein Jahrhundert später entwickelte Alphonse Louis Constant, der als Éliphas Lévi zu Berühmtheit gelangte, das Marseiller Tarot weiter. Zu dieser Zeit erfreuten sich Tarotkarten schon großer Beliebtheit, was vor allem Marie-Anne Lenormand zu verdanken war, die man als „Sybille von Paris“ kannte und die als Erfinderin der Lenormandkarten gilt. Zu ihren Kunden zählten prominente Politiker bis hinauf zu Kaiser Napoleon.
Die heutzutage in Gebrauch befindlichen Tarotkarten stammen aus dem frühen 20. Jahrhunderts und erhielten von Arthur Edward Waite und der Malerin Pamela Colman Smith sowie vom Kartenleger Aleister Crowley und der Malerin Frieda Harris ihr endgültiges Aussehen.
Ein Tarotdeck besteht aus 78 Karten, davon 22 Trumpfkarten (Große Arkana) und 56 so genannte Kleine Arkana, bei denen man in jeder der vier Farben (Stäbe, Schwerter, Kelche und Scheiben) König, Königin, Ritter und Bube sowie zehn Zahlenkarten unterscheidet. Im Laufe der Zeit wurden unterschiedliche Legearten entwickelt: Durch die Grundbedeutung jeder Tarotkarte und ihre Position zu den anderen Karten kann der Kartenleger Einblicke in die Lebenslage eines Ratsuchenden und deren künftige Entwicklung erhalten.